Warum kochen? Teil 1

Warum kochen? - Mongolengrill

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich das eigentlich mache. Warum ich mir die Mühe mache, für mich selber auch mal etwas aufwendiger zu kochen und warum ich mir auch noch die Mühe gebe, alles schön anzurichten. Die Gründe dafür sind reichlich und vor allem vielfältig. Um einige der Gründe geht es in dieser Reihe. Dabei fallen mir immer wieder neue Gründe ein: Während ich koche, einkaufe und sogar während ich diesen Artikel schreibe. 

Zu allererst: Ich koche natürlich auch nicht jeden Tag und ich koche natürlich auch nicht immer irgendwelche abgedrehten Sachen. Unter der Woche bin ich, wie viele andere, oft erst spät daheim und mache mir etwas schnelles, einfaches zu essen. Am Wochenende nehme ich mir dafür dann öfter mal die Zeit, neue Sachen auszuprobieren und ein bisschen zu experimentieren.

Der erste Grund auf dieser langen Liste ist ebenso simpel wie entscheidend: Ich esse verdammt gerne. Dazu kommt, dass ich viel zu oft Hunger habe. Ich wache morgens hungrig auf und an den seltensten Tagen komme ich mit den klassischen drei Mahlzeiten aus. Da ich dieses „Problem“ schon als Kind hatte, kam ich zwangsläufig nicht drumherum, mir ab und an etwas selber zu machen. Irgendwann war mir ein Nutellabrot nicht mehr anspruchsvoll genug und ich habe angefangen, Eier in die Pfanne zu hauen. Da in meiner Familie allgemein viel gekocht wird, habe ich dann immer öfter meiner Mum über die Schulter geschaut und viel beobachtet. Witzigerweise gehört meine Familie heute zu den Menschen, für die ich am seltensten koche. Wenn ich nach Hause komme, freue ich mich eher darauf, der Bekochte zu sein.


Ich höre öfter von Menschen, dass essen für sie nur den Zweck der Nahrungsaufnahme erfüllen muss. Es muss einigermaßen runter gehen, der Rest ist eher mäßig von Bedeutung. Wenn mir jemand so etwas sagt, habe ich immer sehr schwer Verständnis dafür. Essen kann eine große Freude sein und Geschmack gehört zu den Dingen in unserem Leben, die wir tatsächlich täglich, oder sogar mehrmals am Tag, neu entdecken können. Dabei hat Geschmack unglaublich viele Facetten, die sich zu einem richtigen Erlebnis entwickeln können.
Dabei macht es mir unglaublich viel Spaß, die Entwicklung dieser Geschmäcker zu beobachten. Es fängt an beim braten von Zwiebeln oder Knoblauch und der Geschmack entwickelt sich durch Zugabe von Fleisch oder Gemüse, bis hin zu verschiedenen Gewürzen immer weiter, bis er dann an einem Punkt angekommen ist, an dem ich sagen kann: „Top, so möchte ich es essen“. Ich finde, das Tolle daran ist, man hat so viele unterschiedliche Möglichkeiten, ohne dass es langweilig wird. Man kann 7 Tage die Woche Schwein zubereiten, ohne dass es 7 mal gleich schmeckt.

Ich hoffe, ich kann in dieser Serie einige von euch, die bis jetzt noch nicht so viel kochen, dazu bringen etwas mehr zu kochen. Das jedenfalls, war der erste Grund auf einer langen Liste. Kochen ist ausprobieren und Übung, also: Los gehts!

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